Drupal: für komplexe Webprojekte und erfahrende Entwickler

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Drupal Erfahrungsbericht / Review 2019
83%

Kurzfazit: Mit Drupal lassen sich die verschiedensten Websites bauen. Dies bedarf natürlich eine vielfältige Auswahl an Funktionen, die wiederum für eine hohe Komplexität führen und daher erst mit dem entsprechenden Know-How verständlich werden. Wer das Fachwissen hat, wird sich mit der Zeit aber relativ gut auskennen. Zudem kann immer wieder auf die engagierte Community und auf die Drupal-Entwickler gesetzt werden. Sie stehen in der Regel mit Rat und Tat zur Seite – und das auch im deutschsprachigen Raum.

  • 1. Preise & Kosten
  • 2. Hosting
  • 3. Installation & Einrichtung
  • 4. Technik & Konzept
  • 5. Nutzermanagement
  • 6. Erweiterungen / Extensions
  • 7. Design: Backend
  • 8. Design: Frontend
  • 9. Usability
  • 10. Sicherheit
  • 11. Support & Community
  • 12. Wichtige Funktionen

Drupal StartseiteContent Management Systeme sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Die bekanntesten sind wohl WordPress und Typo3, doch auch Drupal hat sich in den letzten Jahren im Web Content Management beweisen können. Inzwischen wird es besonders gerne für große Projekte im Internet eingesetzt. Es handelt sich hierbei schließlich nicht nur um ein „Website erstellen-Programm“, sondern um eine hoch komplexe Software, die auch nach der Website-Erstellung ideal für die Verwaltung der Benutzerrechte ist.

Allerdings eignet sich Drupal – anders als andere Software, die sich im CMS Vergleich finden lässt – nicht wirklich für kleine Blogs. Die Einarbeitung in Drupal würde für den Bloginhaber viel zu viel Zeit kosten – hier stände der Aufwand in keinem Vergleich zum Nutzen. CMS-Profis hingegen, die sich an den Bau großer Websites trauen, haben in Drupal womöglich das optimale Content Management System gefunden.

Ein paar Fakten zu Drupal

Das Content Management System Drupal wird vor allem für die Organisation von Websites verwendet. Erschienen ist das CMS bereits am 18. Mai 2000 und ist somit eines der ersten CMS überhaupt. Entwickelt wurde es von Dries Buytaert, einem belgischen Informatiker und dem Drupal-Team.

Das plattformunabhängige System ist in PHP geschrieben und gilt als freie Software. Seinen Namen „Drupal“ hat das CMS aufgrund des niederländischen Wortes „druppel“ erhalten. „Druppel“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Tropfen“. Der Name spiegelt sich ebenfalls im offiziellen Community Logo wieder. Es bildet einen Wassertropfen ab, in dem sich wiederum zwei ineinander verschmolzene Tropfen befinden und so wie ein Unendlichkeitszeichen aussehen. Dieses stellt die Augen im Gesicht des Tropfens dar. Diese Symbolik soll einerseits etwas comichaftes erzeugen, Wiedererkennungswert schaffen und andererseits auch auf die unendlichen Einsatzmöglichkeiten des Systems hinweisen. Derzeit werden insgesamt drei Drupal Versionen unterstützt:

  • 1. Drupal 7.61
  • 2. Drupal 8.5.8
  • 3. Drupal 8.6.3 (aktuellste Version)

Darüber hinaus gibt es eine zukünftige Version, die im November 2020 unter dem Namen Drupal 9.0 als Nachfolge-Version von Drupal 8 veröffentlicht werden soll.

Die Hauptfunktion von Drupal ist natürlich – wie bei anderen Content Management Systemen auch – das Einstellen und Bearbeiten von Inhalten im Internet. Allerdings birgt Drupal einen entscheidenden Unterschied zu anderen CMS. So setzt Drupal die Ansätze einer Social Software um und eignet sich daher besonderes für den Aufbau von Communitys. Diese können dann gemeinsam an den entsprechenden Inhalten arbeiten, sich über diverse Themen austauschen und informieren.

Das Content Management System ist eine Open Source Software und wird auch deshalb inzwischen für mehrere Millionen Webprojekte und Websites verwendet. Darunter finden sich sehr bekannte Webpräsenzen wie etwa die der Harvard University, die des Duden und zwischen 2009 und 2017 sogar die Webpräsenz des Weißen Hauses in Washington.

Drupal ist mit einem Marktanteil von 4,7 % (Stand: Januar 2017) eines der beliebtesten Content Management Systemen weltweit. Das geht unter anderem auf die Spezialisierung für den Aufbau von Communitys zurück, hängt womöglich aber auch an der relativ einfachen Bedienung und der weitläufigen und hilfsbereiten Community. Doch wer vor der Entscheidung steht, ein CMS für das eigene Webprojekt auszuwählen, der benötigt natürlich deutlich mehr Informationen und eine objektive Bewertung des CMS.

Für einen besseren Überblick haben wir für dich ein Review verfasst. So findest du im Folgenden unter anderem Informationen zu den Kosten, dem Konzept, dem Back- und Frontend sowie zur Installation und einigen weiteren Faktoren, die für die Auswahl schlussendlich entscheidend sind.

Für wen ist Drupal geeignet?

Drupal weist eine steile Lernkurve auf und eignet sich daher nur bedingt für Einsteiger. Deutlich mehr Freude an dem CMS werden professionelle Entwickler haben, die sich bereits mit anderen, ähnlichen Tools auskennen. So kommt es, dass Drupal kaum für kleine Websites, sondern fast ausschließlich im Zusammenhang mit großen und komplexen Webprojekten genutzt wird.

1. Preise & Kosten

Für einen ersten groben Überblick über die verschiedenen CMS ist natürlich auch die Preisfrage eine sehr Wichtige. Insbesondere dann, wenn du für deine Webpräsenz kein Geld ausgeben möchtest, ist dieser Punkt essenziell.

Bei Drupal handelt es sich um ein Open Source Projekt – somit ist es frei verfügbar. Du musst also keine Lizenzkosten bezahlen. Finanzierung ist dennoch auch bei Drupal nicht unbedingt unwichtig. So lässt sich das bei der Software gesparte Geld durchaus in eine individuelle Lösung stecken.

Bewertung: 9/10

Wir vergeben 9 Punkte, was die Kosten für Drupal anbelangt, da das CMS an sich kostenlos ist und mit etwas Know-How auch ohne weitere Ausgaben genutzt werden kann. Wer über das entsprechende Fachwissen allerdings nicht verfügt, wird womöglich etwas Geld in die Hand nehmen und ein Unternehmen für eine individuelle Lösung beauftragen müssen.

2. Hosting

Um Drupal nutzen zu können, ist ein Webhost nötig. Ein solcher lässt sich ganz einfach über die Google Suche finden. Allerdings ist es wichtig, einen verlässlichen und seriösen Host zu finden. Deshalb gibt es auch direkt auf der Website von Drupal ein Auswahl an Webhosts zu finden. Diese unterscheiden sich vor allem durch ihren Service, aber auch durch ihren Preis, den Installationsvorgang und die Features Deshalb ist es wichtig, dass du bei der Suche nach einem geeigneten Webhost nicht einfach den günstigsten Anbieter wählst, sondern die Angebote gegeneinander vergleichst.

Bewertung: 10/10

Es gibt eine Vielzahl an Webhosts für das CMS Drupal. Einige davon werden direkt von Drupal empfohlen und bieten zum Teil wirklich interessante Dienstleistungen an – etwa einen 24-Stunden-Support, eine 30-Tage-Geld-Zurück-Garantie oder eine kostenlose 30-minütige Expertenberatung. Auch der Preis für den Webhost hält sich bei Drupal in Grenzen. Deshalb erhält das CMS für sein Hosting in unserer Bewertung ganze 10 Punkte.

3. Installation & Einrichtung

Die Installation ist besonders für Neulinge auf dem Gebiet der CMS wichtig. Deshalb werden wir dir im Folgenden eine Anleitung für die Installation von Drupal geben.

  1. Ist der passende Webhost ausgewählt und eine MySQL Datenbank angelegt, geht es an den ersten Schritt der Installation. Hierfür muss die aktuellste Version ausgewählt werden. Diese lässt sich auf der Download-Seite von Drupal finden. Um den Drupal-Quellcode abzurufen, wird allerdings die Verwendung des sogenannten Composers empfohlen. Dabei handelt es sich um einen PHP-Abhängigkeitsmanager. Um den Composer verwenden zu können, benötigst du auf dem Computer, auf dem die Website gehostet wird, eine Befehlszeile, die du verwenden kannst. Wenn du keinen Composer verwenden möchten, ist aber auch eine manuelle Installation möglich. Nach dem Download der aktuellsten Drupal-Version kann die Datei nun an einer Stelle entpackt werden, an der du sie mit Sicherheit wiederfinden wirst.
  2. Nun öffnest du deinen FTP-Client, etwa FileZilla – dieser muss natürlich zunächst heruntergeladen werden. Nun kannst du dich mit den FTP-Zugangdaten mit deinem Webhosting-Paket verbinden. Im Anschluss gehst du zurück in den Ordner, in dem du zuvor Drupal entpackt hast und wählst alle Ordner und Dateien aus, die zu Drupal gehören. Kopiere die ausgewählten Dateien und Ordner in das Hauptverzeichnis – dieses heißt in der Regel /htdocs. Nun musst du warten, bis der Transfer abgeschlossen ist.
  3. Im nächsten Schritt öffnest du die Datei .htaccess aus dem Drupal-Paket und kommentieren Zeile 11 und Zeile 14 mit einer # (Raute) direkt vor dem Text. Nun kannst du die bearbeitete Datei per FTP auf Ihr Webhosting-Paket hochladen. Achte darauf, dass du die .htaccess-Datei überschreibst.
  4. Im vierten Schritt kannst du nun deine Domain im Browser öffnen. Nun ist es durchaus sinnvoll, die Drupalcenter.de-Installation auszuwählen, da es sich hierbei um die deutschsprachige Drupal-Version handelt. Wenn die Standardeinstellungen deinen Wünschen entsprecht, kannst du die Installation nun starten, indem du auf die Schaltfläche „Save and continue“ klickst. Nun kannst du die Sprache auswählen, in der die Installation durchgeführt werden soll. Die Fortsetzung der Installation erfolgt wieder durch einen Klick auf „Save an continue“.
  5. Als nächstes erscheint ein Display, der einige Daten abfragt. Hier müssen die entsprechenden MySQL-Zugangsdaten eingetragen werden. Dafür wird das runde Kästchen vor „MySQL, MariaDB, oder equivalent“ markiert. In der nächsten Zeile kannst du die Daten Ihrer MySQL-Datenbank eintragen:
  • Servername – abhängig von Ihrem Host
  • Benutzername
  • Passwort
  • Datenbankname

6. Nun wird die Eingabe mit einem Klick auf „Speichern und fortfahren“ bestätigt. Jetzt musst du nur warten, bis die Installation durchgeführt wurde, die Ladeleiste verschwindet und das Fenster „Website-Informationen“ erscheint. Hier trägst du nun den Namen der Website und die E-Mail-Adresse, die für die Registrierung für Drupal verwenden möchtest ein. Nun werden auch die Daten für das Administrationskonto von Drupal eingegeben:

  • Benutzername
  • Passwort

Darüber hinaus muss du im unteren Teil dein Land und die Zeit festlegen. Weiter geht es dann mit einem Klick auf „Speichern und fortfahren“.

Jetzt ist die Installation abgeschlossen und du gelangst mit einem Klick auf den Link „Besuchen Sie Ihre neue Website“ direkt zu deiner neuen Homepage. Nun kannst du alle weitere Einstellungen vornehmen, indem du den zuvor festgelegten Login und das Passwort eingibst.

Bewertung: 8/10

Die Drupal Installation erscheint auf den ersten Blick etwas umständlich – insofern sie manuell durchgeführt wird. Das liegt allerdings insbesondere daran, dass zunächst ein Webhost ausgewählt und eine MySQL-Datenbank angelegt werden muss. Ist das erledigt, läuft auch die eigentliche Installation von Drupal sehr unkompliziert und einfach ab. Deshalb vergeben wir in diesem Punkt 8 Punkte. Auch weil sich die Installation im Vergleich zu anderen CMS deutlich einfacher gestaltet.

4. Technik & Konzept

Drupal ist nicht einfach nur ein Content Management System. Es ist auch unter der Bezeichnung „Web Application Framework“ bekannt. Das bedeutet, dass Drupal eine Software ist, die zur Erstellung von komplexen Web-Anwendungen geeignet ist. Das CMS dient dabei als eine Art Baukasten für Websites. Während WordPress etwa – abgesehen von diversen Erweiterungen – lediglich als Software für Webblogs gilt, ist Drupal deutlich vielseitiger einsetzbar. Dennoch lässt sich mit dem CMS in relativ einfachen Arbeitsschritten ein Blog realisieren.

Heute gilt Drupal als Plattform für Community-Websites – wurde ursprünglich allerdings als Forum-Software eingesetzt. Das ist auch heute noch erkennbar. So ist ein Kernbestandteil der Software bis heute die Unterstützung von Foren.

Bewertung: 9/10

Das Konzept, das hinter Drupal steht und die Technik, die dafür eingesetzt wird, ist sehr bemerkenswert. Wir vergeben 9 Punkte an den Aspekt Konzept & Technik, da sich das CMS durchaus auch für kompliziertere Webprojekte eignet, gleichzeitig aber dennoch sehr unkompliziert nutzbar ist, sollte Drupal für einfachere Webpräsentationen genutzt werden.

5. Nutzermanagement

Das Nutzermanagement gestaltet sich in Drupal sehr einfach. Immerhin war das CMS eins als reine Forum-Software gedacht. In Foren gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Benutzern, die alle irgendwie gemanaged werden müssen. Das ist über Drupal bis heute sehr unkompliziert möglich. So lassen sich die Benutzerrechte sehr flexibel und feinkörnig konfigurieren. Das erleichtert die Verwaltung von Websites, die von vielen Beteiligten genutzt werden, enorm.

So ist es etwa bei der Erstellung einer neuen Benutzerrolle möglich, eine Vielzahl an Rechten auszuwählen. Diese sind auf mehreren Bildschirmseiten aufgelistet. So kann der Seitenbetreiber selbst bestimmen, ob ein neuer Benutzer oder eine neue Benutzergruppe selbstständig neue Inhalte erzeugen kann, ob jener Benutzergruppe alle Versionen angezeigt werden und welche Inhaltstypen für die einzelnen Benutzer bestimmt sind.

Bewertung: 10/10

Eine Punktzahl von 10 ist im Fall von Drupal im Bereich des Nutzermanagements durchaus angemessen. Schließlich lassen sich die Benutzerrechte in diesem CMS besonders einfach vergeben und bearbeiten – das ist so in keinem anderen Content Management System möglich.

6. Erweiterungen / Extensions

Im Kern stellt Drupal das ideale Gerüst, auf das verschiedene Erweiterungen aufbauen können. So ist das CMS in seiner Ursprungsform eher schlank gehalten, kann aber durch einzelne Modules (auch wichtig: Form API) erweitert werden. Hier stehen dem Benutzer unglaublich viele Erweiterungen zur Auswahl. Diese überschneiden sich teilweise in ihren Funktionen. Das kann insbesondere für Einsteiger zu einer gewissen Überforderung führen.

Hilfestellung geben hier die Distributionen. Sie sind Softwarepakete, die für festgelegte Einsatzzwecke bestimmt sind. Sie stellen also das Zwischenglied zwischen dem Drupal-Core und dem ausgewählten Modul dar. So erhält der Benutzer ein vorgkonfiguriertes System, das dank der Distributionen sehr schnell eingesetzt werden kann.

Unter drupal.org lassen sich derzeit mehr als 600 verschiedene Distributionen finden. Diese lassen sich ganz einfach downloaden. Besonders beliebt sind etwa die Lernplattform Opigno LMS und Open Atrium. Letzteres stellt Tools für die Zusammenarbeit in Teams bereit – darunter etwa ein Kalender und ein Wiki. Auch Commerce Kickstart gehört zu den häufig verwendeten Distributionen. Es macht aus Drupal eine intelligente E-Commerce-Lösung.

Bewertung: 8/10

Drupal verfügt über eine Vielzahl von Erweiterungen – auch Module genannt. Da sich diese allerdings häufig überschneiden, gibt es einen kleinen Punktabzug. Doch auch hier hat sich Drupal eine Lösung einfallen lassen: die Distributionen, die die Anwendung deutlich vereinfachen.

7. Design: Backend

Auf den administrativen Teil von Drupal, dem Backend, kann nur der Benutzer zugreifen, der auch die entsprechende Berechtigungen hat. Das Design des Backends besteht hauptsächlich aus der sogenannten Navigation – dem Hauptmenü. Hier können die Verwaltungsfunktionen aufgerufen werden.

Auf das Hauptmenü kann tatsächlich jeder Benutzer zugreifen. Allerdings können jene Nutzer, die im Frontend nur zu Gast – also nicht angemeldet – sind, nur den vom Seiteninhaber festgelegte Hauptmenü sehen. Der Seiteninhaber hingegen verfügt über ein Hauptmenü, das deutlich größer und umfangreicher ausfällt.

Bewertung: 8/10

Das Design des Backend ist sehr übersichtlich und kann zudem sehr einfach aufgerufen werden. Wichtig ist allerdings, dass der Seiteninhaber die Benutzerrechte mit Bedacht ausgewählt hat, ansonsten kann es dazu kommen, dass ein Gast – unberechtigterweise – Zugriff auf das Backend hat.

8. Design: Frontend

Das Design im Frontend von Drupal basiert zunächst einmal auf dem Template (in diesem Zusammenhang ebenfalls wichtig: Panels), das der Benutzer selbst gewählt hat. Komplett wird das Frontend allerdings erst durch die Kombination aus Template und Nodes.

Bei den Nodes handelt es sich um ein Set aus verschiedenen Daten die zusammengehören. So wird alles, was der Nutzer in das CMS einträgt, einem bestimmten Node zugeordnet. Ein Artikel etwa besteht einerseits aus Metadaten wie Autor, Tags und dem Veröffentlichungsdatum. Andererseits aber auch aus sichtbaren Daten wie dem Text – also dem Inhalt – und den Überschriften. Werden die sichtbaren Daten und die Metadaten zusammengefügt, handelt es sich um ein Node.

Das Backend hingegen lässt zu, dass die Optik des Frontends über das sogenannte Blocklayout verändert wird. Hier kann der Nutzer das Blocklayout von Drupal individuell definieren. So bestimmt allein er, wie die Website für den Nutzer angezeigt wird. Hierfür wird eine Einteilung der Website in verschiedene Regionen genutzt. Diese Einteilung erlaubt es, verschiedene Inhaltsblöcke zu platzieren. So lassen sich weitreichende Änderungen in der Website-Darstellung ganz einfach erzielen. Im Backend kann der Benutzer somit etwa das Seitenlogo per Drag-and-Drop von der linken Sidebar direkt ganz oben in die Mitte der Seite setzen.

Bewertung: 9/10

Das Frontend lässt sich sehr intuitiv und vor allem individuell im Backend designen. Darüber hinaus ermöglichen die Nodes das zusammenfügen von zusammengehörigen Informationen. Das sorgt nicht nur für mehr Übersichtlichkeit während der Bearbeitung, sondern auch für ein Frontend Design ganz nach den Wünschen des Nutzers.

9. Usability

Drupal ist sehr vielseitig. Daher ist auch ein abstraktes Konzept nötig. Im Fall dieses CMS ist das Konzept aber durchaus in sich schlüssig – lässt sich aber dennoch nur bedingt intuitiv bedienen. So sind Administratoren und Seiteninhaber mit einer steilen Lernkurve konfrontiert. Wurden die grundlegenden Funktionen von Drupal aber einmal verstanden, lässt sich auch eine eher komplexe Webseite in unkomplizierten Schritten erstellen.

Darüber hinaus hat der Administration die Möglichkeit, das System so zu konfigurieren, dass Mitarbeiter, die lediglich Inhalte veröffentlichen und bearbeiten sollen, mit einer deutlich einfacheren Bedienung konfrontiert sind.

Bewertung: 6/10

Wer eine komplexe Website mit Drupal erstellen möchte, der muss mit einer längeren Einarbeitungszeit rechnen, als es bei anderen CMS der Fall wäre. Einfache Webprojekte wie Blogs hingegen lassen sich relativ einfach verwirklichen und benötigen kaum Kenntnisse. Daher vergeben wir 6 Punkte im Bereich der Usability.

10. Sicherheit

Um die Sicherheit des aktuellen Drupal-Cores kümmert sich ein spezielles Sicherheitsteam. Darüber hinaus lassen sich Websites durch die Contrib-Module – die auf drupal.org veröffentlicht wurden – erweitern.

Trotz der Vorkehrung kommt es natürlich immer wieder zu Sicherheitslücken. Wird eine solche beknnt, schreibt das Security-Team von Drupal die Maintainer an, die für die betreffenden Module zuständig sind. Darüber hinaus wird den Maintainern eine Frist gesetzt, die besagt, bis wann Sicherheitsupdates bereit gestellt werden müssen.

Wird ein solches Update nicht bereit gestellt und das Problem nicht behoben, depubliziert Drupal das Bodul bei Drupal.org. Jeder der das betreffende Modul bereits heruntergeladen hat, erhält zeitgleich in seiner Update-Übersicht eine entsprechende Warnung.

Darüber hinaus hat sich die Entwickler-Communit von Drupal geeinigt, immer zwei Hauptversionen von Drupal mit den entsprechenden Sicerheitsupdates zu versorgen. So endet die Supportphase für eine Version erst, wenn die übernächste Hauptversion erschienen ist. So werden derzeit für Drupal 7 und für Drupal 8 entsprechende Sicherheitsupdates angeboten.

Bewertung: 7/10

Die Entwickler von Drupal kümmern sich um die Sicherheit des CMS. Dazu trägt nicht nur eine extra Abteilung für die Sicherheit bei, sondern auch das Bereitstellen von Sicherheitsupdates für die zwei aktuellsten Versionen. Zu einem Punktabzug kommt es allerdings, da die Module mit Sicherheitslücken erst nach einem Fristablauf republiziert werden.

11. Support & Community

Drupal ist unter anderem auch deutschsprachig. So gibt es auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Vielzahl an Unternehmen, die einen kommerziellen Support für das CMS anbieten und auch die profesionelle Entwicklung vorantreiben.

Neben dem kommerziellen Support können die Nutzer von Drupal aber auch auf die starke Online-Community zurückgreifen. Die Entwickler- und Nutzergemeinschaft umfasst immerhin mehr – davon etwa 36.000 Entwicklerkonten.

Darüber hinaus finden immer wieder diverse Veranstaltungen statt, in denen es vor allem um das CMS Drupal geht. So etwa die Drupal Conference. Sie findet zweimal im Jahr – jeweils einmal in Nordamerika und einmal in Europa – statt.

Wer Hilfe für die Verwendung von Drupal sucht, der wird unter anderem aber auch in vielen aktiven Drupal-Foren und Mailing-Listen fündig. Für sprachspezifische Hilfe kann je nach Sprachraum auf eine der 35 nationalen Drupal-Gemeinschaften beziehungsweise -Communitys zugegangen werden.

Bewertung: 8/10

Die Community von Drupal ist auch im deutschsprachigen Raum sehr groß. Hier erhalten Websiteinhaber im Fall von Fragen sehr viel Unterstützung und Hilfe. Darüber hinaus finden jährlich mehrere Veranstaltungen statt, auf denen sich Nutzer über das CMS austauschen können. Einen kleinen Punktabzug gibt es, da der Support durch professionelle Agenturen in der Regel kostenpflichtig ist.

12. Wichtige Funktionen

FunktionBeschreibung
1. Eigene DomainDa es sich bei Drupal um ein Open-Source CMS handelt, musst du deine Wunsch-Domain bei einem externen Hosting-Anbieter reservieren. Dadurch entstehen natürlich Kosten.
2. Banner EinbindungenDie Einbindung von Bannern ist dank diverser Plugins auf deiner Drupal-Website problemlos möglich.
3. BlogEinfache Blogs lassen sich mit Drupal sehr schnell aufbauen. Dennoch gestaltet sich die erste Einarbeitung in das CMS etwas aufwendig, sodass sich der Aufwand für die meisten Blogger nur bedingt lohnt.
4. eCommerceUm aus Drupal eine eCommerce-Lösung zu machen, eignet sich etwa die Distribution Commerce Kickstart.
5. SEOFür die Suchmaschinenoptimierung eignen sich ebenfalls diverse Module. So etwa Pathauto. Es erweitert die Möglichkeiten in der SEO und generiert ganz automatisch URLs nach suchmaschinenrelevanten Kriterien.
6. E-Mail MarketingFür das Versenden von Newslettern eignen sich Module wie CleverReach. So gestaltet sich das Email Marketing sehr einfach und geht schnell vonstatten.
7. Besucherstatistik / BesucherzählerBesucherstatistiken lassen sich bei Drupal ebenfalls durch entsprechende Module einsehen. So etwa mit XStatistics oder Statistics Trends.
8. KontaktformularEbenfalls im Bereich der Module findest du den Punkt „Contact“. Hier kannst du ein Standard-Kontaktformular aufrufen und dieses entsprechend individualisieren.
9. MehrsprachigkeitDie Mehrsprachigkeit deiner Drupal-Website ist natürlich möglich. So erhältst du eine detaillierte Anleitung direkt auf der Website des Anbieters.
10. BackupDrupal empfiehlt, dass du die Daten deiner Website immer dann sicherst, bevor du dein Update oder ein Upgrade durchführst. Daher gibt es natürlich auch eine Backup-Funktion.

Bewertung: 8/10

Jegliche gewünschten Funktionen lassen sich bei Drupal – insofern sie nicht in den Grundfunktionen enthalten sind – mit entsprechenden Modulen hinzufügen. Das bedeutet natürlich einen kleinen Zeitaufwand und etwas Know-how. Die Domain muss – da es sich um ein Open-Source Programm handelt – naturgemäß ab der ersten Minute gezahlt werden.

Tutorials

Da es sich bei Drupal um ein Open Source Content Management System handelt, gibt es eine Vielzahl an Nutzern. Diese stellen unabhängig voneinander sehr häufig Tutorials online. Diese reichen etwa von der Installation des CMS über die Lernschritte, die für eine komlexe Website nötig sind bis hin zur Verwendung diverser Module.

Eine Vielzahl dieser Tutorials sind allerdings in englischer Sprache verfasst oder im Fall von Videos in Englisch erklärt. Wer lieber auf deutschsprachige Tutorials zurückgreifen möchte wird aber natürlich auch fündig.

Natürlich gibt es auch offizielle Tutorials, die direkt auf drupal.org gelesen werden können. Dabei handelt es sich in der Regel um detaillierte Schritt-für-Schritt Anleitungen. Sie beschreiben jeden einzelnen Punkt und werden meist als besonders hilfreich empfunden.

Alternativen

Drupal ist natürlich nicht das einzige CMS auf dem Markt. Noch deutlich häufiger verwendet wird etwa WordPress, ein Content Management System, das als besonders simpel gilt.

Wie sich Drupal im Vergleich mit WordPress macht, erfährst du deshalb im Folgenden. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere CMS wie Typo3, Joomla oder auch Websitebutler.

Drupal vs. WordPress

Drupal zeichnet sich durch eine Vielzahl von Modulen aus. In dem steht dem CMS WordPress in nichts nach. Immerhin handelt es sich hier um das am weitesten verbreitete Content Management System, was eine enorme Bandbreite an Themes, Entwicklern und Plugins mit sich bringt.

Während WordPress hauptsächlich für die Erstellung einfacher Websites eingesetzt wird, können mit Drupal durchaus auch komplexere Webpräsentationen durchgeführt werden. Da einfache Webprojekte in der Regel von eher unerfahrenen Nutzern realisiert werden, ist WordPress daher vergleichsweise einfach zu bedienen. Die Komplexität von Drupal hingegen bedarf natürlich auch etwas Fachwissen. Soll mit Drupal allerdings lediglich ein Blog erstellt werden, ist auch hier die Handhabung eher simpel.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass sich Drupal besonders für Hobby-Entwickler und für Profis eignet, die sowohl große, als auch kleine Projekte verwirklichen möchten. Einsteiger und Blogger hingegen sollten eher auf WordPress zurückgreifen, da die Anwendung deutlich einfacher ist.

Zusammenfassung

Drupal eignet sich nicht wirklich für die schnelle Erarbeitung einer neuen Website. Das CMS muss aufgrund seines relativ abstrakten Konzepts zunächst verstanden werden. Erst dann ist die Anwendung möglich – dann allerdings in den meisten Fällen fast problemlos.

Insgesamt ist Drupal tatsächlich universell einsetzbar – eignet sich also sowohl für einfache Blogs, als auch für mittelgroße oder große Webprojekte. Hier sind dann auch entsprechende Module sinnvoll, die zu individuellen Ergebnissen beitragen. Da Drupal allerdings vergleichsweise große Anforderungen an die Leistung der Server stellt, sollte hier nicht gespart werden.

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